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Bald steht Weihnachten vor der Tür. Das Jahr ist vergangen wie kein anderes. Naja doch – vielleicht wie 2020. Relativ unspektakulär und mühsam. Wenn es dir auch so ergeht, hast du vielleicht das selbe gemacht wie ich: Dich zumindest mit einigen Köstlichkeiten hin und wieder belohnt. Heute zeige ich dir eines meiner All-Time-Favorits. Auch passend zu Weihnachten als Dessert oder wahlweise für ein beliebiges mehrgängiges Menü. Ein Schokokuchen mit flüssigem Kern – ja, das geht auch vegan ganz gut. Der sogenannte vegane Schoko-Lavacake. Einfach Himmlisch.

Veganer Schoko-Lavacake

Als Schokokuchen gilt ja allgemein hin ein kakaohaltiger Kuchen jedweder Genese. Ob nun ein Schoko-Rum-Muffin, ein Schoko-Haselnuss-Kuchen oder ein saftiger Schoko-Kirschkuchen, den ich dir letztes Jahr zu dieser Jahreszeit präsentiert habe. Allen gemein ist ein erhöhter Kakaoanteil oder die Verwendung von Kuvertüre – idealerweise Beides. Doch Schokokuchen ist nicht gleich Schokokuchen. Man kennt das doch: Es gibt da die luftig aufgeschlagenen Torten aus Sahne-Masse, dunkle Biskuitböden, kräftiger Mürbeteig oder flache französische Schokoladentarts mit einer geschmeidigen Creme. Wir sprechen heute über ein Schokotörtchen, ein Küchlein, eine Portion die seinesgleichen sucht. Außen in der Konsistenz wie ein Gebäckstück, doch innen so zart-cremig wie ein Schokofondue. Wenn das Innere beim Anschneiden dann auch nach lasziv über den Teller läuft – dann, ja genau dann sprechen wir von einem Lavakuchen. Und ich stelle dir heute mein aller liebstes Rezept hierfür vor.

Das Geheimnis der perfekten Konsistenz

Um einen so köstlichen Schoko-Lavacake zu kreieren benötigt es ein paar wichtige Zutaten: darunter vegane Butter, kräftige Kuvertüre und helles Weizenmehl. Der Trick ist, dass die Masse für den Kuchenteig mit recht wenig Mehl auskommt. Vorbild sind amerikanische Brownies, deren Backergebnis eine saftige, sehr schokoladige Kuchenmasse ergibt. Wichtigste Aufgabe des Mehls ist die Stabilität des Kuchenrands zu gewährleisten. Damit dieser schneller als der Rest festbäckt, wählen wir beim Backen später auch eine hohe Temperatur und relativ niedrige Verweildauer im Backrohr.

Damit der Schokoladenkern flüssig bleibt geben wir neben Fett und Schokolade außerdem Wasser hinzu. Die Bindung erreichen wir indem wir hier wahlweise mit Vollei-Ersatz oder Leinsamen arbeiten. Cremiger und zarter wird es nach meinen Versuchen mit einem Vollei-Ersatz wie zum Beispiel Ey! Volley! Wer eine natürlichere Alternative möchte, greift auf etwa halb soviel (Menge in Gramm) sehr fein gemahlene Leinsamen zurück. Hinweise hierzu findest du im Rezept.

Die perfekte Backform

Das Rezept ist leider nichts, dass man in großer Springform in Form eines gewöhnlichen Topfkuchens herstellen kann. Es ist ein zur Vorportionierung vorgesehenes Rezept. Daran ist auch die Zubereitung orientiert. Um den Kuchen in die richtige Form zu bringen eignen sich am Besten kleine, ca. ⌀ 10 cm Formen, die einzeln zu entnehmen sind. Backfeste Dessertringe können eine Option sein. Ich empfehle für diesen Zweck die Kuchenformen von Zenker. (LINK).

Wer nun glaubt, dass das Ausweichen auf eine Muffinform klug ist irrt: Die fragile Stabilität der Förmchen macht eine leichte Entnahme erforderlich. Das Lösen aus einer Muffinform ist mir bisher nie gelglückt, daher empfehle ich es auch nicht. Möchtest du das Küchlein stattdessen in Muffin-Papier backen, sei dir sicher, dass die Küchlein sich nicht freiwillig vom Papier lösen werden. Das Ergebnis könnte ebenfalls eine Beeinträchtigung des Kuchenrands sein – das wiederum den flüssigen Kern in die Freiheit entlässt. Eine echte Alternative zu den vorgeschlagenen Backformen könnten allerdings Dessertringe sein, wenn diese backfest sind und du eine Möglichkeit hast den Boden temporär abzudecken.

Veganer Schoko-Lavacake auch mit anderem Mehl?

Bei der Erprobung des Rezepts für saftigen, veganen Schoko-Lavacake habe ich festgestellt, dass das Rezept erwartungsgemäß mit Weizenmehl Typ 405 am besten funktioniert. Eine echte Alternative hierzu findest du allerdings in relativ hellem Dinkelmehl. Zum Beispiel dem Dinkelmehl Typ 630. Auch wenn ich ansonsten ein großer Fan von Vollkornprodukten bin, so ist von Vollkornmehlen grundsätzlich abzuraten. Ihre grobe Struktur und der hohe Anteil an Ballaststoffen sind zwar ernährungsphysiologisch sehr wünschenswert aber mit der feinen Rezeptur dieses Schoko-Lavacake unvereinbar. Vielleicht wären Alternativen wie Muffins mit Vollkornmehl eine denkbare Option wenn es dir aber genau darauf ankommt. Ansonsten sei gesagt, dass du mit dem Rezept zwischen 6 und 8 Küchlein backen kannst. Sprich: Die Portionsgröße ist so mächtig wie überschaubar, sodass man sich das kleine Schokoglück auch mal ruhigen Gewissens gönnen kann.

Was gibts zum Schoko-Lavacake dazu?

Traditionell kommt der Lavacake bei uns mit Vanille-Eiscreme, etwas Karamellsauce sowie Schlagcreme und Bananenscheiben auf den Tisch. Die Kombination zwischen ungesüßter Schlagcreme, frisch-fruchtiger Banane und dem Kontrast zwischen heißem Kuchen und tiefgefrorener Eiscreme machen aus dem Schoko-Lavacake einen Desserttraum in Reinform. Natürlich sind hier auch andere Kombinationen denkbar. Zum Beispiel Himbeeren, Minzblättchen oder ein Erdbeerspiegel und Sahne/ Schlagcreme? Das Küchlein ist so schokoladig, dass es gerne auch für sich stehen kann. Doch du wirst merken, dass gerade eine heiß-kalte Kombination oder ein Quäntchen Frucht gar nicht mal so schlecht wäre.

Veganer Schoko-Lavacake

Ein warmes, cremiges Vergnügen. Genau das Richtige für Schoko- und Dessertliebhaber.
Vorbereitungszeit 5 Min.
Zubereitungszeit 15 Min.
Backzeit 10 Min.
Gericht Dessert, Kuchen, Lavacake, Schokokuchen
Land & Region Amerika, Amerikanisch, Europa, Europäisch, Frankreich, Französisch
Portionen 6 Stück
Kalorien 704 kcal

Equipment

  • Rührschüssel
  • Mirkowellengeeignetes Geschirr
  • Schneebesen
  • Kuchenförmchen (ca. 7,5 cm Ø)

Zutaten
  

Trockene Zutaten

Für die Schaummasse

Für die Schokomasse

Außerdem

  • n. B. Fett für die Formen
  • n. B. Kakao für die Formen

Anleitungen
 

Vorbereitungen treffen

  • Den Ofen auf 210 °C Umluft vorheizen. (Dieser muss zwingend und möglichst genau 210 °C haben, bevor gebacken werden kann!) Die Kuchenförmchen mit etwas Fett bestreichen. Anschließend mit Kakaopulver bestäuben um sie später einfacher aus der Form entnehmen zu können.
  • Zwei kleine und eine größere Rührschüssel bereitstellen. Mehl und Kakao abwiegen und in eine der kleinen Schüssel sieben.
  • In einer weiteren kleinen Schüssel Eiersatzpulver, Zucker und Wasser abwiegen. Eine Prise Salz hinzufügen. Die Masse mit einem Mixer 2-3 Minuten aufschlagen.
  • Alternativ: Leinsamen mahlen, sieben, grobe Reste entfernen und das feine Leinmehl statt des Eiersatzpulvers in die Masse geben und mit Zucker und Wasser aufschlagen, das Ergebnis wird allerdings etwas weniger cremig. In der Zwischenzeit:

Schokomasse

  • In einem mikrowellengeeigneten Gefäß die Margarine (hier: Alsan) schmelzen (Alternativ: Wasserbad). Dazu abdecken, aber nicht verschließen. Alle 20 bis 30 Sekunden herausnehmen und umrühren. (Insgesamt sollten ca. 90 Sekunden bei 800 Watt ausreichen – kann aber variieren.)
  • Schokolade grob hacken und unter die heiße Margarine heben. Unter rühren langsam schmelzen. Ggf. weiter in kleinen Etappen erhitzen, bis alles eine cremige, gleichmäßig-flüssige Schokomasse ergibt.
  • Die Schokomasse in die Eiersatz- bzw. Leinsamen-Zuckermasse geben und kräftig unterheben. Nun die Mehlmischung siebend die Kakao-Mehlmischung nach und nach hinzugeben. Nun mit dem Schneebesen vermengen, bis eine homogene, geschmeidige Masse entstanden ist.

Backen und servieren

  • Die Masse in die kakaobestäubten, gefetteten Formen verteilen und für ca. 10 Minuten im Ofen backen. Wichtig: Anschließend herausnehmen und 2-3 Minuten abkühlen lassen, so festigt sich die äußere Kruste. (Früher entnehmen könnte das Küchlein in Mitleidenschaft ziehen!)
  • Mit einem glattschneidigen Messer vorsichtig aus den Förmchen lösen und einem Tortenheber auf Dessertteller platzieren. Unbedingt mit frischem Obst und/oder veganem Vanilleeis kosten! Wahlweise mit etwas Schlagcreme und/oder Schoko bzw. Karamell-Sauce servieren. Guten Appetit und viel Freude beim "süchtig werden" 😉
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