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Vorteile einer veganen Ernährung für die Gesundheit

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Häufig wird Veganismus als starke Einschränkung empfunden. Ich erlebe selbst auch immer wieder Blicke zu dem Thema, die härter nicht sein könnten. Auch wenn sie mich inzwischen nicht mehr allzu hart Treffen. Beim Thema Ernährung wird man doch mit der Zeit abgebrüht. Und ich habe schon vieles ausprobiert, sodass Ernährungs-Eskapaden in meinem Familien- und Freundeskreis nicht neu sind. Doch sich vegan zu ernähren setzt dem Ganzen gewissermaßen schon die Krone auf. Doch bietet dies auch die meisten Vorteile, wie ich festgestellt habe. In meinem Beitrag zur Mangelernährung biete ich euch eine kleine Debatte um Nährstoffe und Nachteile des Veganismus. Hier soll es genau um Gegenteiliges gehen: Die Vorteile einer veganen Ernährung.

Warum auf vegan Umstellen?

Ich schreibe euch diesen Artikel natürlich nicht auf blauen Dunst. Wie auch beim Thema Mangelernährung werde ich euch hier entsprechende Quellen angeben. Doch nicht zuletzt kann ich mich als gutes Beispiel für einige der folgenden Punkte angeben. Inzwischen ist ein knappes Jahr vergangen, dass ich mich (überwiegend) vegan ernährt habe. Seither haben sich bei mir einige Veränderungen bemerkbar gemacht, die ich auch ärztlich abklären ließ. Eines der größten Indizien des positiven Einflusses veganer Ernährung sind meine Blutwerte gewesen. Dazu später mehr. Kommen wir erstmal dazu, warum sich die Mühe allgemein lohnt.

Die große Mühe

Was ist eigentlich diese große Mühe? Und warum wird diese immer geringer? In meinem Fall ging es nicht nur darum sich vegan zu Ernähren sondern im Verlauf später auch dem Ernährungsansatz nach Dr. Caldwell Blakeman Esselstyn Jr. so nahe wie möglich zu kommen (zugegebener Maßen nicht immer einfach). Esselstyn wirbt in der Listeratur Essen gegen Herzinfarkt: Das revolutionäre Ernährungskonzept, unter anderem aber auch in Filmen wie Forkes over Knifes (2015) oder What the Health (2017) für eine vollwertige, fettarme und vegane Ernährung. Er beschreibt die Zusammenhänge von Fett, Zuckerund Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie diversen anderen Krankheiten.

Insbesondere bei Letzterem hat er mein Verständnis für Ernährung noch einmal deutlich bereichert. Esselstyn begründet, wie man mit einer veganen, (nahezu) zucker- und fettfreien Ernährung schwere Erkrankungen wie Angina Pectoris als Symptom der koronaren Herzkrankheit lindern oder sogar heilen kann [Q1 | Esselstyn, 2018] und Erkrankungen wie z. B. Diabetes Typ 2, Osteoporose und Bluthochdruck gleichermaßen vorbeugt [Q2 | Esselstyn, 2018]. Dabei belegt er dies mit seinen Einblicken und Erfahrungen als Arzt, Patientenberichten, Studien und medizinischen Dokumenten (z. B. Angiogrammen) sowie umfassender jahrelanger Recherche. Die große Mühe besteht also darin Zucker, Fette und Tierprodukte in seiner Ernährung zu erkennen und vom Speiseplan zu verbannen. Und warum wird diese Mühe zunehmend geringer? Weil (gefühlt) fast Wöchentlich neue vegane Produkte auf den Markt drängen, die einem das Leben und die Auswahl diesbezüglich einfacher machen.

Welche Vorteile bieten sich?

Es heißt nach Schätzungen seien rund 70 % aller Krankheiten heutzutage ernährungsbedingt [Q3 | Zirk, o. J.]. Was gleichermaßen bedeutet, dass man also fast ¾ der Krankheiten durch die passende Ernährung verhindern (Prävention) oder das Krankheitsbild verbessern bzw. beseitigen könne (Kuration). Hier mal ein kleiner “Appetizer” aus Esselstyns Werk, das es in sich hat:

Wenn Sie so essen, dass Sie herzgesund bleiben, schützt Sie das auch gegen andere ernährungsbedingte Erkrankungen wie Schlaganfall, Bluthochdruck, Fettsucht, Osteoporose, Typ-II-Diabetes und womöglich sogar vor Demenz im Alter. Auch einer ganzen Reihe von Leiden, bei denen Ernährung eine Rolle spielt, beugen Sie vor, unteren anderen Impotenz und Brustkrebs sowie Prostata-, Kolon-, Rektum-, Uterus- und Ovarialkarzinomen.

— Esselstyn, Caldwell B. (2018): Essen gegen Herzinfarkt (German Edition). Position 340
Stuttgart: TRIAS Verlag. Kindle-Version.

Nährstoffe in Hülle und Fülle

Schauen wir uns mal ein paar dicke Vorteile an, die sich aus den Inhaltsstoffen der Nahrung ergibt. Denn eine vegane Ernährung ist voller Gemüse, Getreide und Hülsenfrüchte. Diese haben natürlich kurz-, mittel- und langfristige Auswirkungen auf den menschlichen Organismus. Hier mal ein paar Stoffe, die davon betroffen sind:

Cholesterol

Cholesterol, auch Cholesterin genannt, ist eine fettähnliche organische, kristalline Substanz die in allen tierischen Zellen vorkommt [Q4 | Wikipedia, 2020]. Da Fette hydrophob sind, sie sich also in Wasser nicht lösen lassen, muss ein Umweg her um Fette im Kreislauf eines biologischen Körpers zu transportieren. Den Fettsäuren werden wasserlösliche Eiweißstoffe hinzugefügt, die spezifische Aufgaben im Körper übernehmen.

Unterschieden werden diese Lipoproteine (Lipid = Fett, Protein = Eiweiß) anhand des Lipid-Anteils [Vgl. Q5 | Cholesterinspiegel.de, o. J.]. Je geringer die Dichte, desto potentiell schädlicher die Verbindung. Daraus ergeben sich Lipoproteine mit geringer Dichte (Low Density Lipoprotein = LDL) und Lipoproteine mit hoher Dichte (High Density Lipoprotein= HDL). “Je mehr Cholesterol in Form von LDL in den Adern zirkuliert, umso mehr Cholesterin kann an den Gefäßwänden haften bleiben.” [Q5 | Cholesterinspiegel.de, o. J.]. HDL dagegen transportiert diese Fette ab und führt sie zur Leber zurück.

Was hat das mit Veganismus zu tun? Nun, der Einleitungssatz zu Cholesterol ist entscheidend: Es kommt in allen tierischen Zellen vor. Cholesterin wird vom menschlichen Körper biosynthetisiert und muss daher nicht zugeführt werden. Durch den Verzehr von Produkten tierischen Ursprungs erhöht sich die Konzentration von Cholesterol im Blut, da diese Produkte auf natürliche Weise Lipoproteine enthalten. Pflanzliche Produkte dagegen enthalten kein Cholesterol und vergleichsweise deutlich mehr einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren anstatt gesättigte Fettsäuren. Dies wirkt sich allgemein positiv auf das Blutbild und die Zusammensetzung mit LDL und HDL aus.

Vitamin C

Das Vitamin C, genauer gesagt Ascorbinsäure, ist ein farb- und geruchloser, kristalliner und hydrophiler Feststoff der als organische Verbindung eine große Rolle bei der Nahrungsaufnahme des Menschen spielt. Als Teil der Ascorbate ist allerdings nur die L-(+)-Ascorbinsäure bioaktiv. Da dieser Stoff essentiell ist, also nicht vom Körper selbst synthetisiert werden kann, muss er in ausreichender Menge zugeführt werden. Ascorbinsäure wird von Bakterien, Pflanzen und Wirbeltieren mithilfe verschiedener Enzyme produziert. Ausgangssubstanzen sind hauptsächlich D-Glucose beziehungsweise DGalactose (beides Monosaccharide, also Einfachzucker) [Vgl. Q6 | Wikipedia.de, 2020].

Wenn man es nun also nur über die Nahrung aufnehmen kann, wo steckt Vitamin C dann am ehesten drin? Und damit wird der Vorteil deutlich:

Obst/GemüseVitamin C-Gehalt pro 100 g TierVitamin C-Gehalt pro 100 g
Acerola1.700 mg Fleisch*0 mg
Brennessel330 mg Milch0 mg
Guave273 mg Fisch0 mg
Petersilie, Bärlauch150-159 mg   
Paprika, Brokkoli105-115 mg   
Erdbeeren, Zitrone55 mg   
Kiwi, Orange40-45 mg *ohne Innereien 

Quelle: Focus Online
https://praxistipps.focus.de/vitamin-c-in-diesen-lebensmitteln-ist-es-zu-finden_113916

Vitamin E

Mit Vitamin E, auch Tocopherol genannt, verhält es sich ähnlich wie mit Vitamin C. Es handelt sich um eine Gruppe fettlöslicher Stoffe mit antioxidativer Wirkung. Es wird für Zellmembranen verwendet und kann jedoch nur von photosynthetisch aktiven Organismen wie Pflanzen und Cyanobakterien gebildet werden. [Q7 | Wikipedia.de, 2020]. Tocopherol ist an der Wundheilung beteiligt, kann Entzündungsreaktionen abschwächen, schützt vor “freien Radikalen” und beugt der Verkalkung on Arterien vor (Atherosklerose). [Q8 | Felchner, 2020]. Besonders hoch ist die Konzentration von Vitamin E in Keimölen und Ölen aus Weizen, Sonnenblume oder Olive. Im Vergleich zu Mischköstlern nehmen Veganer Studien zufolge erheblich mehr Vitamin E mit der Nahrung auf [Q9 | Wikipedia.de, 2020].

Volkskrankheiten adé!

Zu den größten Vorteilen gehört sich vor einer Reihe Zivilisations- bzw. Volkskrankheiten zu schützen oder einige Krankheiten durch vegane Ernährung lindern oder sogar zurückbilden zu können. Darunter die koronare Herzkrankheit [Q1 | Esselstyn, 2018], sowie Bluthochdruck, Übergewicht und Fettsucht. Insbesondere letztere können zu einer ganze Reihe Folgeerkrankungen führen. Darunter Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2 oder Gicht. Des Weiteren fallen unter die Folgeerkrankungen Arthrosen, Unfruchtbarkeit und Schädigung von Organen wie Nieren, Leber oder Gallenblase. [Q10 | Horvath et. al., 2020].

Eine entsprechende Studie “Less animal-based food, better weight status” belegt entsprechenden Zusammenhang zwischen Tierprodukten und Adipositas: Je mehr Produkte mit tierischer Herkunft verzehrt werden, desto höher das Körpergewicht und die damit verbundene Neigung zur Fettleibigkeit [Q11 | Henrich ProVegan Stiftung, o. J.].

In Deutschland sind 66 % der Männer und 51 % der Frauen 2006 übergewichtig oder adipös gewesen [Q12 | ProVeg, o. J.]. Bei dieser Bevölkerungsgruppe steigt mit zunehmendem BodyMassIndex (BMI) das Risiko von Begleiterkrankungen. Darunter Fettstoffwechselstörungen, Fettleber, Gallensteine, Schlafapnoe, Hauterkrankungen und vieles mehr [Q12 | ProVeg, o. J.]. Doch wie kann Veganismus helfen?

Die Nahrungsenergiezufuhr liegt bei den meisten Vegetarierinnen und Vegetariern im Bereich der Empfehlungen, bei vegan lebenden Menschen teilweise auch darunter.

ProVeg e. V. (o. J.): Adipositas: Mit vegan-vegetarischer Ernährung Übergewicht vermeiden
Berlin: ProVeg, ProVeg e. V. International [Q6]

Adipositas

Fettleibigkeit, fachlich Adipositas genannt, bezeichnet die Fettleibigkeit bzw. Fettsucht des Menschen. Damit einhergehend stehen Übergewicht und Folgeerkrankungen im Vordergrund. Wie in der Einleitung zu den Zivilisations- bzw. Volkskrankheiten schon genannt, steht Adipositas im direkten Zusammenhang mit dem Konsum von tierischen Produkten [Q11 | Henrich ProVegan Stiftung, o. J.].

Energiedichte – niemals hungern

Vorteilhaft ist die geringere Energiedichte von Lebensmitteln, die Veganer und Vegetarier konsumieren. Wobei ich an dieser Stelle noch einmal auf einen im obigen Zitat eher im Nebensatz erwähnten Fakt hinweisen möchte: Die Energiedichte der Lebensmittel eines Veganers liegt noch einmal deutlich unter der von Vegetariern, da energiereiche und -dichte Produkte wie Käse, Sahne, Butter und Co. nicht konsumiert werden. Es ist daher logisch und nachvollziehbar, dass die vegane Ernährung einen geringeren Fettanteil, weniger gesättigte Fettsäuren und Kalorien beinhaltet als eine Vegetarische [Q13 | Heinrich, 2015]. Folglich kann man daraus ableiten, dass hier auch die größtmöglichen positiven Effekte auf die Gesundheit zu erziehen sind.

Ballaststoffe, Antioxidantien und sekundäre Pflanzenstoffe

Ein weiterer großer Vorteil der veganen Ernährung ist der durch diese Ernährungsform einhergehende erhöhte Teil an Ballaststoffen, Antioxidantien und sekundären Pflanzenstoffen. Da ich auf antioxidative Stoffe wie Ascorbinsäure (Vitamin C) und Tocopherol (Vitamin E) bereits eingegangen bin, werde ich diese hier nicht noch einmal ausführen. Legen wir unser Hauptaugenmerk auf Ballaststoffe. Dies sind vorwiegend pflanzliche Stoffe, zumeist komplexe Kohlenhydrate, die den Verdauungsapparat mangels Transportprotein oder Enzym überstehen, vom Körper also nicht gespalten und aufgenommen werden können [Vgl. Q14 | Wikipedia, 2020]. Ballaststoffe wirken allgemein durch ein langanhaltendes Sättigungsgefühl positiv auf unser Hungerempfinden und regen die Darmtätigkeit an [Q15 | Die Ernährungs-Docs, 2020]. Sie können außerdem weit mehr. Ihre Wirkung hängt davon ab, ob die Ballaststoffe löslich oder unlöslich sind. Unlösliche Ballaststoffe sind gut für die Darmpassage und den Stuhlgang. Doch lösliche Ballaststoffe wie Beta-Glucan, Pektin oder Oligofruktose, ernähren die Darmflora, wirken positiv auf Zucker- und Fettstoffwechsel und können sogar die Immunabwehr beeinflussen [Q15 | Die Ernährungs-Docs, 2020]. Über die Wirkungvon Ballaststoffen erfährst du in diesem Artikel noch ein bisschen mehr:


Ballaststoffe für ein gesundes Leben (noch nicht verfügbar)
Weitere Artikel findest du in der Kategorie Ratgeber.


Bluthochdruck

Hoher Blutdruck, im Fachjargon arterielle Hypertonie genannt, ist eine chronische Krankheit bei der ein Druck innerhalb des arteriellen Gefäßsystems von systolisch 140 mmHg (oberer Wert) und diastolisch 90 mmHg (unterer Wert) stetig überschritten wird. Bluthochdruck gilt als Risikofaktor für Atherosklerose, Diabetes mellitus sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Darüber hinaus steht arterieller Hypertonie im direkten Zusammenhang mit koronaren HerzkrankheitHerzinfarktHerzinsuffizienzNierenversagenSchlaganfall und arterielle Verschlusskrankheit [Q16 | Wikipedia, 2020]. Risikofaktoren sind Übergewicht, erhöhter Alkohol- und Kochsalzkonsum, Bewegungsmangel sowie Stress [Q17 | TAD, o. J.].

Vegane Ernährung kann zur Therapie von Übergewicht herangezogen werden. Die hohe Anzhal komplexer Kohlenhydrate, Ballaststoffe und sekundären Pflanzenstoffe gepaart mit einer niedrigeren Energiedichte wirken sich positiv auf den Gesundheitszustand Adipöser aus [Vgl. Q12 | ProVeg, o. J.]. Auf diese Weise wird nicht nur das Übergewicht, sondern auch ein Risikofaktor für Bluthochdruck eliminiert. Weitere Möglichkeiten bestehen in der Vermeidung von Alkohol und Salz sowie ausreichend Bewegung.

Diabetes mellitus (Typ 2)

Diabetes war für mich lange Zeit ein fremder, für den ich wenig Verständnis aufbringen konnte. Was genau ist diese Zuckerkrankheit? Bei Diabetes mellitus spricht man von einer mangelhaften Insulinwirkung an den Körperzellen [Q18 | Schwarz et. al., 2018]. Dabei gelangt trotz erhöhtem Blutzuckerspiegel die Energie nicht in die Zellen, wo ein Energiemangel entsteht. Da die Aufnahme von Zucker in die Zellen durch Insulin gesteuert wird, wird als Ursache i. d. R. Insulinresistenz genannt.

Für gewöhnlich erhält man in der Ursachenforschung die Antwort, dass Diabetes von einem dauerhaft zu hohem Konsum von Zucker verursacht wird [Q19 | Wikipedia, 2020], woher ja nun auch der Name Zuckerkrankheit kommt. Tatsächlich jedoch weisen deutlich neuere Erkenntnisse darauf hin, dass Diabetes mellitus Typ 2 durch Fett induziert wird. [Q20 | Scherbaum, 2005] Fette haben einen vier mal höhere Energiedichte als Zucker und speichern 37 kJ/g, was eine enorme Menge ist [Q21 | Wikipedia, 2020].

„Schon nach drei Tagen einer fettreichen Diät nimmt das Gehirn weniger Zucker aus dem Blut auf“

sagt Alexander Jais vom Max-Planck-Institut für Stoffwechselforschung in Köln der NetDocktor.de Redaktion.
Quelle: https://www.netdoktor.de/magazin/zuckerkrank-durch-fettes-essen/

Bei der hier diskutierten Ernährungsweise wird auf den Zusatz von Fetten, z. B. in Form von Auszügen wie Ölen oder industriellen (Fertig-)Fettprodukten soweit möglich verzichtet. Auch der Verzehr von Zucker, raffiniertem Getreide und einfachen Kohlenhydraten wird stark begrenzt, sodass die o. g. möglichen Ursachen für Diabetes Mellitus wegfallen. Gemäß NetDoktor wird eine Therapie empfohlen, bei der die Reduktion des Blutzuckerspiegels im Vordergrund steht [Vgl. Q18 | Schwarz et. al., 2018]. Eine ballaststoffreiche Ernährung mit komplexen Kohlenhydraten, vollem Korn und Bewegung (wie beim Veganismus) kann dieser Krankheit vorbeugen oder als Therapie dienen. [Q22 | ProVeg, o. J.]

Gicht

Hast du schon einmal den Begriff Purin gehört? Falls ja, dürften dir Gicht und Harnsäure ebenso bekannte Begriffe sein. Bei Purinen handelt es sich um organische Verbindungen der Heterocyclen. Sie sind Bausteine von Nukleinsäuren und können vom menschlichen Körper selbst gebildet, jedoch auch mit der Nahrung aufgenommen werden (daher sind sie nicht essentiell). Nukleinsäuren unterstehen einem stetigem Erneuerungsprozess.

Dabei werden Überschüsse von Purin-Nucleotiden unter Einwirkung von Leber und Dünndarm zu Harnsäure oxidiert und ausgeschieden [Q23 | Netzker, 2020]. Führt man dauerhaft eine zu hohe Menge Purine über die Nahrung zu, führt dies zu einer sog. Hyperurikämie. Harnsäure kann nicht in entsprechender Menge über den Urin ausgeschieden werden und reichert sich im Blut an.

Die Folge: Gicht, eine Erkrankung bei der die hohe Konzentration von Harnsäure im Blut zur Ablagerung in Gewebe und Gelenken führt. Es folgen Knochenresportion (=Schwund), Knorpelveränderungen und -entzündungen und Schädigungen der Niere (bisi zur Niereninsuffizienz). Wie vegane Ernährung bei Gicht vorbeugen oder zur Linderung beitragen kann habe ich allerdings in einem anderen Artikel zusammengestellt:


Fleischverzicht wegen Gicht und andere “Späße”
Weitere Artikel findest du in der Kategorie Ratgeber.


Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Da ich vor den ersten Absätzen zu Krankheiten hierzu bereits einiges geschrieben habe, hier nur in aller Kürze. Gemäß Esselstyn kann eine fett- und zuckerarme, vegane Ernährung Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen und bestehende Symptome bis zur vollständigen Zurückbildung lindern [Q1 | Esselstyn, 2018]. Wichtigster Punkt dabei ist, dass das arterielle Gefäßsystem bei der Durchblutung nicht durch Plaque gestört wird und so Durchblutungsstörungen verhindert werden. Plaque ist eine im Rahmen der Atherosklerose krankhafte Einlagerung von Cholesterinestern, den unter Abschnitt Cholesterol genannten Lipoproteinen, und anderen Fetten in die innere Wandschicht arterieller Blutgefäße. Cholesterinwerte von unter 150 mg/dl können diese Ablagerung verhindern und sogar rückgängig machen [Vgl. Q24 | Esselstyn, 2018].

Folgen von Atherosklerose sind Angina pectoris, Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkt, plötzlicher Herztod, periphere arterielle Verschlusskrankheit bzw. Schlaganfall. Mit einer Vielzahl von Studien ist inzwischen belegt worden, dass vollwertige, pflanzliche Kost unter Vermeidung industriell verarbeiteter Produkte Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen minimieren. [Q25 | Burger et. al., 2019]. Zu den großen Vorreitern dieser Studien gehört neben diversen anderen Kohortenstudien die “China Study¹” von Ph. D. T. Colin Campbell und dessen Sohn Thomas M. Campbell aus dem Jahre 2004. Diese war auch Teil des Dokumentarfilms Forkes over Knifes (2015).

Osteoporose

Osteoporose ist eine Stoffwechselerkrankung des Knochens, welche diesen dünner und poröser macht und deren Widerstandsfähigkeit mindert. Das Skelett wird auf diese Weise anfälliger für Knochenbrüche aller Art. Lange Zeit galt der Mangel an Calcium als Ursache für diese Erkrankung [Q26 | Ratgeber Muskeln Gelegen Knochen, o. J.]. Deshalb gilt auch als sehr wünschenswert täglich eine ausreichende Menge an Milchprodukten zu konsumieren. Diese enthalten in hohem Umfang Calcium [Q27 | DGE, o. J.]. Inzwischen bestehen jedoch Zweifel, den Konsum von Calcium (durch Milch) betreffend [Q28 | Nieves, J.W. et. al.,2007]. Darüber hinaus scheint Osteoporose dort besonders häufig wo ein hoher Milchkonsum besteht. Hier angegebene Tabelle umfasst die geschätzten Osteoporose-Kranken ab 50 Jahren nach Ländern:

Osteoporose-
Erkrankte
FrankreichDeutschlandItalienSpanienSchwedenVereinigtes Königreich
Geschätzte Zahl von Personen im Alter von 50 mit Osteoporose3.800.0005.300.0004.000.0002.800.000500.0003.500.000
Prävalenzrate
– männlich
6 %6,7 %7,9 %9 %13,7 %8,9 %
Prävalenzrate
– weiblich
11 %22,5 %16,7 %10 %22,8 %17,2 %

Quelle: Österreichischen Gesellschaft für Gesundheit (ÖGG), (o. J.)
https://www.aktiongesundeknochen.at/osteoporose-rund-um-die-welt-europa/

Am höchsten stehen die Werte der Prävalenzrate für Schweden. Gefolgt von Deutschland und dem Vereinigten Königreich. Es folgen Italien, Spanien und Frankreich. Zum Vergleich einmal die entsprechenden Konsum-Mengen in kg/Kopf für das Jahr 2013 je Land um einen ersten Eindruck zu dem Thema zu vermitteln:

Milchkonsum
in kg/Kopf pro Jahr
 FrankreichDeutschlandItalienSpanienSchwedenVereinigtes Königreich
Milchpr. geamt (ohne Butter) 241,31258,7246,88164,29341,23232,2
Butter 7,985,162,840,744,353,28
Käse 23,6621,6923,118,9319,8211,33
Milch 40,5170,6429,7884,3152,64113,37
Sahne 46,322,951,8911,550,27

Quelle: Food and Agriculture Organization of the United Nations, 2018
http://www.fao.org/faostat/en/#data/CL

Ich lasse die Werte mal unkommentiert wirken. Als Begründung wird von Wissenschaftlern die Übersäuerung des Körpers beim Verzehr von Milch genannt. Die überschüssige Säure muss neutralisiert werden. Um dies zu erreichen, verwendet der Körper einen leichtverfügbaren Stoff zum Ausgleich: Calcium aus den Knochen [Q29 | Streichan, 2013]. Wie Calcium auch ohne Milchprodukte zugeführt werden können, habe ich bereits in meinen Artikel zur Mangelernährung umrissen:


Die Mangelernährung eines Veganers
Weitere Artikel findest du in der Kategorie Ratgeber.

Sicher ist dieses Thema vielschichter und nicht bloß abhängig vom Konsum von Milchprodukten. Es gibt eine Menge Einflussfaktoren die hierzu eine Rolle spielen. Medikamente, die Versorgung mit Vitamin D, Salzkonsum, Phosphate und Oxalsäure in Lebensmitteln, AlkoholKoffein und Nikotinkonsum sowie Alter, Geschlecht und körperliche Aktivitäten. [Q30 | ProVeg, o. J.]. Soviel also erstmal zur Orientierung bei Osteoporose.

Conclusio

Ich denke, ich habe nun ein breites Spektrum an Aspekten in diesem Artikel abgebildet. Sicher gibt es immer noch mehr zu berichten und ich kann weder Vollständigkeit noch absolute Korrektheit für mich beanspruchen. Insbesondere wachsen unsere Erkenntnisse und unser Wissen über Ernährung stetig an.

Doch denke ich, dass man guten Gewissens behaupten kann, dass ein Veganer mit seiner Ernährungsweise gar nicht so schlecht dar steht. Insbesondere weil eine ausgewogene, vollwertige Ernährung mit geringem Fett– und Zuckeranteil und eine gesunde Lebensführung – mit reichlich Bewegung und einem gemäßigten Konsum von Genussmitteln – massiv dazu beitragen kann, dass der Kelch einiger Zivilisations- bzw. Volkskrankheiten, Mangelerscheinungen und negative Auswirkungen einer konventionellen Mischkost an uns vorbeigeht. Sicher gibt es keinen Garant gesund zu bleiben, doch es ist wie mit Lotto: Man entscheidet selbst, wie oft man mitspielt.

Quellen

[Q1] Esselstyn, Caldwell B. (2018): Essen gegen Herzinfarkt (German Edition). Position 279
TRIAS Verlag. Amazon Kindle-Version.
https://www.amazon.de/Essen-gegen-Herzinfarkt-revolution%C3%A4re-Ern%C3%A4hrungskonzept/¹

[Q2] Esselstyn, Caldwell B. (2018): Essen gegen Herzinfarkt (German Edition). Position 340
TRIAS Verlag. Amazon Kindle-Version.
https://www.amazon.de/Essen-gegen-Herzinfarkt-revolution%C3%A4re-Ern%C3%A4hrungskonzept/¹

[Q3] Zirk, Merle (o. J.): Heilung von Krankheiten durch vegane Ernährung:
Erfahre von Merle Zirk, wie sie ihren Krebs besiegen konnte
evidero GmbH
https://www.evidero.de/vegan-ernaehren-gegen-krankheiten/

[Q4] Wikipedia (2020): Cholesterin
Wikipedia.org – Freie Enzyklopädie
https://de.wikipedia.org/wiki/Cholesterin

[Q5] Cholesterinspiegel.de (o. J.): Cholesterin – was ist das?
Praxisklinik für Diagnostik und Präventivmedizin Bornheim
https://www.cholesterinspiegel.de/cholesterin-was-ist-das/

[Q6] Wikipedia (2020): Ascorbinsäure
Wikipedia.org – Freie Enzyklopädie
https://de.wikipedia.org/wiki/Ascorbins%C3%A4ure

[Q7] Wikipedia (2020): Tocopherol
Wikipedia.org – Freie Enzyklopädie
https://de.wikipedia.org/wiki/Tocopherol

[Q8] Felchner, Carola (2019): Vitamin E
Netdoktor.de – Portal für medizinische Onlineberatung
https://www.netdoktor.de/ernaehrung/vitamin-e/

[Q9] Wikipedia (2020): Veganismus
Wikipedia.org – Freie Enzyklopädie
https://de.wikipedia.org/wiki/Veganismus#N%C3%A4hrstoffversorgung

[Q10] Horvath, Karl, Siebenhofer-Kroitzsch, Andrea, Semlitsch, Thomas (2020):
Berlin, Stiftung Gesundheitswissen
https://www.stiftung-gesundheitswissen.de/wissen/adipositas/folgeerkrankungen

[Q11] Henrich ProVegan Stifung (2020): Studie: Je höher der Konsum von Tierprodukten, desto höher das Körpergewicht
Dr. med. Henrich ProVegan Stiftung
https://www.provegan.info/de/studien/studien-adipositas-fettleibigkeit/studie-je-hoeher-der-konsum-von-tierprodukten-desto-hoeher-das-koerpergewicht/

[Q12] ProVeg (o. J.): Adipositas: Mit vegan-vegetarischer Ernährung Übergewicht vermeiden
ProVeg e.V. International
https://proveg.com/de/5-pros/gesundheit/zivilisationskrankheiten/vegan-vegetarisch-abnehmen/

[Q13] Heinrich, Ernst Walter, (2015): Vegan oder vegetarisch
SwissVeg Winterthur, Schweiz
https://www.swissveg.ch/node/513

[Q14] Wikipedia (2020): Ballaststoff
Wikipedia.org – Freie Enzyklopädie
https://de.wikipedia.org/wiki/Ballaststoff

[Q15] Die Ernährungs-Docs (2020): Ballaststoffe: Gut für Darmflora und Herz
Norddeutscher Rundfunk (NDR), Hamburg
https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Ballaststoffe-sind-gesund-und-foerdern-Verdauung,ballaststoffe101.html

[Q16] Wikipedia (2020): Arterielle Hypertonie
Wikipedia.org – Freie Enzyklopädie
https://de.wikipedia.org/wiki/Arterielle_Hypertonie#Folgen_und_Komplikationen

[Q17] TAD (o. J.): Wie entsteht Bluthochdruck?
TAD Pharma GmbH, Cuxhaven
https://www.tad.de/de/gesundheit/herz-kreislauf/bluthochdruck/wie-entsteht-bluthochdruck/

[Q18] Schwarz, Julia, Feichter, Martina (2018): Diabetes Typ 2
Netdoktor.de – Portal für medizinische Onlineberatung
https://www.netdoktor.de/krankheiten/diabetes-mellitus/diabetes-typ-2/

[Q19] Wikipedia (2020): Insulinresistenz
Wikipedia.org – Freie Enzyklopädie
https://de.wikipedia.org/wiki/Insulinresistenz

[Q20] Scherbaum, Werner A. (2005): Diabetes kommt nicht vom Zucker
Diabetes-Deutschland.de, Düsseldorf
https://www.diabetes-deutschland.de/archiv/4998.htm

[Q21] Wikipedia (2020): Fette
Wikipedia.org – Freie Enzyklopädie
https://de.wikipedia.org/wiki/Fette

[Q22] ProVeg (o. J.): Ernährung bei Diabetes – fleischfreie Ernährung senkt Risiko
ProVeg e.V. International
https://proveg.com/de/5-pros/gesundheit/zivilisationskrankheiten/ernaehrung-bei-diabetes/

[Q23] Netzker, Roland (2020): Nucleotide: Abbau und Wiederverwertung
Stuttgart: Georg Thieme Verlag KG
https://viamedici.thieme.de/lernmodul/549709/subject/nucleotide+abbau+und+wiederverwertung

[Q24] Esselstyn, Caldwell B. (2018): Essen gegen Herzinfarkt (German Edition). Position 547
TRIAS Verlag. Amazon Kindle-Version.
https://www.amazon.de/Essen-gegen-Herzinfarkt-revolution%C3%A4re-Ern%C3%A4hrungskonzept/¹

[Q25] Burger, Robert, Schmidinger, Kurt (2019): Ernährung gegen Herzinfarkt / Arteriosklerose / Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Vegane Gesellschaft Österreich, Wien
https://www.vegan.at/ernaehrung-herz

[Q26] Ratgeber Muskeln Gelegen Knochen (o. J.): Calcium, Vitamin D3 und Osteoporose: Zusammenhänge und Auswirkungen
HERMES ARZNEIMITTEL GmbH
https://www.ratgeber-muskeln-gelenke-knochen.de/knochen/osteoporose/vorbeugen/calciummangel-osteoporose/#gref

[Q27] Deutsche Gesellschaft für Ernährung (o. J.): Calcium
Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V., Bonn
https://www.dge.de/wissenschaft/weitere-publikationen/faqs/calcium/

[Q28] Nieves, J.W., Lindsay, R. (2008): Calcium and fracture risk
National Center for Biotechnology Information
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18065599/

[Q29] Streichan, Anja (2013): Die Kalzium-Lüge – Wie Milch krank macht
RP Online – RP DIGITAL GMBH
https://rp-online.de/leben/gesundheit/ernaehrung/wie-milch-krank-macht_aid-12674939#:~:text=Mediziner%20erkl%C3%A4ren%20diese%20Tatsache%20damit,Aufnahme%20von%20Kalzium%20aus%20Gem%C3%BCse.

[Q30] ProVeg (o. J.): Ernährung bei Osteoporose – pflanzliche Lebensmittel wirken vorbeugend
ProVeg e.V. International
https://proveg.com/de/5-pros/gesundheit/zivilisationskrankheiten/ernaehrung-bei-osteoporose/

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