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New York Cheesecake (vegan)

Endlich! Es ist soweit. Meine Experimentierküche hat für meine Kategorie Kuchen einen veganen New York Cheesecake zustande gebracht, der so schmeckt, wie ich ihn mir vorstelle und wie ich ihn zuvor unter Zubereitung mit konventionellen Produkten kennengelernt habe. Das ist nicht nur ein riesen Erfolg für mich, das ist ein Erfolg, den ich hier gerne mit euch teilen möchte. Daher geht’s heute um die Wurscht – eh, um den Cheesecake. Und in meinem Fall natürlich den veganen New York Cheesecake vorzugsweise mit Erdbeer– oder Himbeersauce. Köstlich!

Über New York Cheesecake

Für gewöhnlich wird ein Käsekuchen, als feine Backware, mit jede Menge Quark, Milch, Mehl und Eiern zubereitet. Doch heute reden wir nicht über den deutschen, klassischen Käsekuchen, dessen Rezept du übrigens hier lesen kannst, sondern heute geht es um einen amerikanischen Käsekuchen, den New York Cheesecake. Weißt du, was die beiden voneinander unterscheidet? Zuerst einmal gibt es so etwas wie Quark auf dem amerikanischen Markt nicht. Man kennt dort eher Cottage Cheese (=Hüttenkäse), Sour Cream (Saure Sahne) oder Cream Cheese (Frischkäse). Quark (=engl. Curd) ist dort von jeher eher unterrepräsentiert. Daher ist also einer der größten Unterschiede, dass der New York Cheesecake nicht etwa mit Quark, sondern mit Frischkäse zubereitet wird. Doch Amerikaner scheinen es besonders convenient zu mögen, also extra bequem. Weshalb auch kein Teig für den Boden angerührt oder geknetet wird. Der Cheesecake besteht eher aus einem typischen No-Bake-Boden bestehend aus Butterkeksen. Was ihn außerdem ausmacht, ist eine schneeweiße Farbe und das typische Servieren mit einem Fruchtguss, das sicher jeder schon einmal irgendwo gesehen hat.

Was den veganen New York Cheesecake anders macht

Nun, da der New York Cheesecake aus tierfreien Produkten zubereitet sein soll, stellt mich sowohl Quark als auch Frischkäse vor gewisse Herausforderungen. Nach meinem Empfinden gibt es für beide Produktkategorien keine zufriedenstellenden veganen Alternativen, die sich auch noch zum Backen eignen. Die Challenge ist daher, einen überzeugenden Cheesecake aus Bordmitteln zuzubereiten, die du nahezu überall bekommen kannst und die vegan sind. Nur so kann ich dir ein Rezept präsentieren, das du auch ohne große Beschaffungsmühe selbst nachbacken kannst. Statt der Verwendung von Quark oder Frischkäse entschied ich mich aufgrund seiner Cremigkeit für veganen Skyr. Skyr ist eigentlich ein isländisches Milchprodukt, dass einen Frischkäse auf Magerstufe repräsentieren soll. Diese Produktkategorie wird z. B. von der Firma Alpro hergestellt und ist nahezu in jedem Vollversorger erhältlich. Puhh… und was bin ich froh, dass es vegane Butterkekse git, die mit einem überzeugenden Geschmack daher kommen. 😉

So machst du die schneeweiße Haube

Wenn du einen klassischen Käsekuchen bäckst, färbt sich dieser zwangsläufig über die Dauer der Backzeit golden bis braun. Selbst wenn du diesen abdeckst, kannst du’s wohl kaum verhindern. Doch ein New York Cheesecake kommt traditionell schneeweiß daher. Wie gelingt dies? Der Trick ist, dass der Kuchen vor dem Fertigbacken noch einen weißen Guss bekommt, der kurz mit gebacken wird. Eine schneeweiße Haube sozusagen. Diese besteht aus veganer Creme Fraiche, Zitrone, Zucker und pflanzlicher Sahne und muss die gesamte Oberfläche des Cheesecake bedecken. Während des Abkühlens beginnt der Guss dann eine schneeweiße, glatte Oberfläche zu bilden.

Der perfekte Fruchtguss

Dieser Kuchen ist eindeutig auch ohne Fruchtguss schon super lecker. Doch mit ein wenig Frucht ist er nahezu unwiderstehlich. Für mich schwer zu entscheiden, welche Komponente besser zum Cheesecake passt. Fruchtsauce aus Himbeeren? Erdbeeren? Oder Blaubeeren? Für welches Obst du dich auch entscheidest: Die Zubereitung ist letztlich immer gleich: Rund 250 g der frischen oder gefrorenen Beeren verwenden und mit etwas Zucker und Johannisbrotkernmehl sehr fein mixen. Anschließend ca. 5 Minuten quellen lassen. Das Johannisbrotkernmehl sorgt genau dafür, dass dir die Sauce (auch ohne Kochen und Andicken) nicht allzu schnell vom Kuchen läuft. Der Vorteil liegt dabei auf der Hand: Du musst nicht durch Kochen einer Fruchtsauce den feinen und frischen Geschmack deiner frischen Beeren zerstören und behältst alle Vitamine deiner Sauce bei. Ohne Johannisbrotkernmehl geht es natürlich auch, doch wird’s dann eben etwas “dünner”.

Warum veganer New York Cheesecake oft so anders ist

Wenn man sich die zu Beginn erwähnten Zutaten (wie Quark, Milch, Mehl und Eier) und anschließend die Rezeptlisten anderer Artikel zu veganem New York Cheesecake schaut, dann ist es eigentlich nicht verwunderlich, dass oftmals nicht das gewünschte Ergebnis dabei rauskommt. Dabei kritisiere ich nicht die Rezepte als solche. Denn Geschmack ist eben Geschmack. Und aus meiner Sicht ist erlaubt, was schmeckt. Doch empfinde ich den Austausch von Frischkäse mit veganem Frischkäse als Rezeptbasis ein wenig – wie soll ich sagen – flach!? Mich überzeugt dies zumindest nicht, weil mich veganer Frischkäse bisher oftmals nicht überzeugt. Doch wenn ich dann noch wilde Zutaten wie Kokoscreme, Kokosmilch, aufgeschlagene Schlagcreme & Co. in entsprechenden Rezepten entdecke, dann wundert mich nicht, wenn die Ergebnisse mit einem New York Cheesecake nichts mehr zu tun haben und womöglich enttäuschen. Immerhin wäre es dann eher ein Sahnetörtchen oder Kokoscremekuchen. Ich habe mich um ein perfektes Annährungsergebnis bemüht und hoffe, dass es bei dir gut ankommt, auch ohne, dass Frischkäse in der Zutatenliste auftaucht 🙂 Lass es mich bitte wissen! :o)

So wird New York Cheesecake einmalig cremig

Quark und Frischkäse haben einen hohen Anteil an Casein, welches neben der hohen Fettmenge unter gewöhnlichen Umständen bei einem normalen New York Cheesecake für eine hohe Festigkeit, eine gewisse Kompaktheit und Cremigkeit sorgt. In einem veganen Cheesecake sind diese Fähigkeiten geschwächt. Zum einen gibt es – soweit ich weiß – kein pflanzliches Casein am Markt, zum anderen sind vegane Produkte deutlich protein- und fettärmer. Der Anteil an Cremigkeit und Festigkeit wird also eher anders erreicht werden müssen. Und in diesem Fall erreichen wir diese Eigenschaften durch ein ausgewogenes Verhältnis von Stärke und Flüssigkeit. Die Herausforderung ist also, das beste Verhältnis zwischen Festigkeit, Kompaktheit und Cremigkeit zu finden und dies ist trotz Rezept bei jedem Backen aufs Neue eine Herausforderung. Ich hoffe, mit meiner Anleitung wird es dir gelingen. Guten Appetit.

New York Cheesecake (vegan)

Extra cremiger, veganer Käsekuchen mit Keksboden nach amerikanischem Vorbild. Super lecker!
Vorbereitungszeit 10 Min.
Zubereitungszeit 2 Stdn. 30 Min.
Backzeit 55 Min.
Arbeitszeit 3 Stdn. 35 Min.
Gericht Kuchen, Quarkkuchen
Land & Region Amerika, Amerikanisch, Nordamerika
Portionen 12 Stückchen

Equipment

  • Backform (ca. Ø 28 cm)
  • Rührschüssel
  • Waage
  • Teigschaber
  • Schneebesen

Zutaten
  

Für den Keksboden

Für die Creme

  • 800 g veganer Skyr (z. B. Alpro Skyr Style Natur)
  • 250 g Soja-Naturjoghurt, ungesüßt
  • 250 g Pflanzensahne (z. B. Rama Pflanzlich zum Aufschlagen)
  • 125 g Zucker
  • 100 g Speisestärke¹
  • 1 TL Vanilleextrakt¹ oder Vanillepaste¹ oder Vanille¹, gemahlen
  • 2 Pkt. Vanillezucker¹, mit echter Bourbon-Vanille
  • ½ Stück Bio-Zitrone, davon Schale und Saft (ca. 1 EL Saft und 1,5 TL Schale)

Für den Guss

  • 150 g Creme Fraiche, vegan
  • 2 EL Zucker
  • 50 ml Pflanzensahne (z. B. Rama Pflanzlich zum Aufschlagen)
  • ½ EL Zitronensaft

Für die Erdbeersauce

  • 250 g Erdbeeren, frisch
  • 2 EL Zucker
  • ½ TL Johannisbrotkernmehl¹
  • n. B. Wasser

Anleitungen

  • 5 Minuten vorbacken.
  • 45 Minuten bei 175 °C Umluft backen.
  • 5 Minuten nachbacken.

Den Keksboden vorbereiten

  • 125 g vegane Butteralternative (z. B. Alsan Bio¹  oder VioLife VioBlock)
    Den Ofen auf 175 °C Umluft vorheizen. Harte Margarine oder vegane Butteralternative weich schmelzen.
  • 200 g vegane Butterkekse¹
    Vegane Butterkekse feinmahlen.
  • 50 g Paniermehl¹, 1 Prise Salz
    Vegane Butter, vegane Butterkekse zusammen mit Paniermehl und Salz in eine Knetschüssel geben.
  • Die Zutaten zu einem formbaren Krümelteig verkneten.
  • Eine Springform mit Backpapier auskleiden und den Boden mit der Krümelmasse bedecken. Gleichmäßig verteilen und glattdrücken. Anschließend im heißen Ofen 5 Minuten vorbacken. Danach auf ein Kuchengitter platzieren und bis zur Weiterverwendung auskühlen lassen.

Die Käsecreme zubereiten

  • 800 g veganer Skyr (z. B. Alpro Skyr Style Natur), 250 g Soja-Naturjoghurt, ungesüßt, 125 g Zucker, 100 g Speisestärke¹, 2 Pkt. Vanillezucker¹, mit echter Bourbon-Vanille, 250 g Pflanzensahne (z. B. Rama Pflanzlich zum Aufschlagen)
    In einer Rührschüssel Zucker und Speisestärke mit Vanillezucker mischen bis keine Klumpen mehr vorhanden sind. In einer zweiten Schüssel veganen Skyr, die pflanzliche Joghurtalternative und Pflanzensahne cremig rühren.
  • 1 TL Vanilleextrakt¹ oder Vanillepaste¹ oder Vanille¹, gemahlen
    Nun Vanilleextrakt oder Vanillepaste untermengen.
  • ½ Stück Bio-Zitrone, davon Schale und Saft
    Bio-Zitrone waschen, Schale abreiben und Saft auspressen. Anschließend in entsprechender Menge zur Joghurtmischung geben und unterheben.
  • Nun nach und nach unter Rühren die Zucker-Stärke-Mischung untermengen und verrühren, bis eine gleichmäßige, klümpchenfreie Masse entstanden ist.
  • Die Joghurtmasse nun auf den vorgebackenen Keksboden geben und im Ofen bei gleicher Temperatur (175 °C Umluft) 45 Minuten backen.

Mit Guss zu Ende backen

  • 150 g Creme Fraiche, vegan, 2 EL Zucker, 50 ml Pflanzensahne (z. B. Rama Pflanzlich zum Aufschlagen), ½ EL Zitronensaft
    In der Zwischenzeit vegane Creme Fraiche mit Pflanzensahne, Zucker und Zitronensaft glattrühren um einen Guss herzustellen.
  • Nach 45 Minuten Backzeit den Kuchen herausnehmen. Den Guss auf die Mitte des Kuchens geben und vorsichtig mit einem Esslöffel auf dem gesamten Kuchen verteilen. Nun weitere 5 Minuten fertigbacken.
  • 250 g Erdbeeren, frisch, 2 EL Zucker, ½ TL Johannisbrotkernmehl¹, n. B. Wasser
    Den Kuchen auf einem Gitter auskühlen lassen. Anschließend 1-2 Stunden kaltstellen und kühl genießen. Aus Erdbeeren oder Himbeeren und Zucker eine Sauce pürieren, mit Wasser und Johannisbrotkernmehl bei Bedarf die Konsistenz bestimmen. Ob mit oder ohne Suace, gerne auch mit frischem Obst oder pur genießen. Guten Appetit.
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