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Vegane Kanelstang (dänische Zimtstange)

Heute stelle ich euch einen Traum von einem Rezept vor, das ich aus Dänemark mitgebracht habe. Eigentlich war ich hiervon schon seit dem ersten Moment verzaubert. Obwohl es in Deutschland auch diverses süßes Gebäck, Striezel und Plunderteilchen gibt, reichte an diese Rezeptur doch nichts heran, das ich kannte. Daher musste ich mich mal in meine kleine Experimentierküche wagen und das perfekte vegane Rezept austüfteln. Fortan gibt es auch bei mir daheim vegane Kanelstang (dänische Zimtstange).

Über (vegane) Kanelstang

Es gibt Speisen, die vegan sind und denen man es anmerkt. Es gibt andere, denen man es nicht auf Anhieb anmerkt, aber bei denen doch irgendwie klar ist, dass sie rein pflanzlich sein müssten oder ganz leicht wären. Siehe Spaghetti und Tomatensauce. Und dann gibt es solche, bei denen man im Leben nicht darauf käme, dass sie vegan sind, oder aber die so gestaltet sind, dass es gar keinen Unterschied macht, ob pflanzlich oder nicht. In genau letzte Kategorie fällt mein Rezept zur veganen Kanelstang. Denn ganz ehrlich: Ich bemerke keinen Unterschied zwischen dieser und dem Original. Natürlich schmecken die Rezepturen dänischer Bäcker alle auch ein wenig unterschiedlich. Aber wenn das Ergebnis sooo lecker ist wie hier, warum dann auf tierische Produkte zurückgreifen?

Aber worüber reden wir eigentlich? Ein Teil dessen verraten dir vermutlich schon die Bilder. Eine Kanelstang (Kanel, dänisch = Zimt, Stang, dänisch = Stange; Kanelstang also dänisch für Zimtstange) ist ein luftig-lockeres in der dänischen Küche verankertes Hefegebäck, oftmals geringfügig mit Puddingcreme gefüllt, durchzogen von einer Zimt-Zucker-Mischung und mit Schoko- bzw- Nougatguss und Zuckerguss garniert. Damit ähnelt die Kanelstang in einigen Punkten der klassischen Zimtschnecke. Doch ist sie bei weitem softer, luftiger und saftiger als die meisten Zimtschneckenrezepte, die mir bisher begegnet sind. Dafür sorgen zum einen die marginale Cremefüllung als auch die recht zeitintensive Zubereitung.

Das Geheimnis ist Zeit

Das beste Ergebnis für deine vegane Kanelstang erhältst du, wenn du dich nicht hetzt. Manchmal ist es schwierig, die nötige Geduld aufzubringen den Hefeteig ausreichend lange gehen zu lassen. In diesem Rezept erhältst du einen sehr geschmeidigen, weichen Teig, der jedoch von der Zeit lebt. Für ein ideales Ergebnis daher folgendes Vorgehen:

Für meinen Teig habe ich die Hefe in Flüssigkeit gelöst und mit ein wenig Mehl und Zucker angerührt. Diesem Vorteig solltest du zum Angehen mindestens 15 Minuten Ruhezeit zukommen lassen. Anschließend kommen die übrigen Zutaten hinzu. Darunter Mehl und Fett. Nach kräftigem Verkneten entsteht der angepriesene, geschmeidige Hefeteig. Er sollte sich gut verarbeiten lassen. Weitere 45 – 60 Minuten Gehzeit sind notwendig. Der Teig sollte sich in der Zeit etwa verdoppeln. Nun nochmals kräftig kneten und mit dem Füllen beginnen. Nach dem Einschneiden mit der Schere und dem Platzieren der Schnitte empfehle ich dir weitere 30 Minuten Gehzeit. Dann ab in den vorgeheizten Ofen. Luftiger geht’s nicht mehr. ;o) Leider ist auf dem obigen Foto nicht so gut zu sehen, wie feinporig die Kanelstang ist; war sie doch so soft, dass ich sie beim Schneiden trotz aller Vorsicht zusammengedrückt hatte. Aber ich bin sicher, du wirst überaus zufrieden sein.

Eins, zwei oder drei? Das ist hier die Frage!

Bei der Zubereitung der Puddingcreme wird es etwas hakelig. Gerade, wenn du dich dafür entscheidest erstmal mit einer Kanelstang anzufangen, um diese zu probieren. Denn in diesem Fall musst du das Puddingpulver abwiegen und kochst eine sehr geringe Menge Pudding. Tatsächlich habe ich schon versucht die Puddingcreme zu verdoppeln. Man möchte meinen, dass mehr Creme die Kanelstang auch direkt doppelt so gut macht. Doch entgegen auch meiner Annahme, dass dies so sei, stimmt es nicht. Mehr Cremefüllung überfrachtet den feinen Hefeteig und die köstlichen Zimtnoten. So habe ich diesmal also gelernt, dass man auch übereifrig sein kann, wenn man ein Hefegebäck füllen möchte.

Wenn du allerdings der Einfachheit halber ein komplettes Päckchen Vanillepuddingpulver verwenden möchtest, rate ich dir das Rezept zu verdoppeln und zwei Stangen zuzubereiten. Ggf. kannst du eine davon an deine Familie oder die Kollegen spenden. Falls sie dort überhaupt ankommt: Denn ich habe die Erfahrung gemacht, dass eine vegane Kanelstang zwar schon köstlich ist, zwei aber besser sind, wenn man etwas länger etwas davon haben möchte. Häufig ist es doch fast schon ärgerlich: Man ist stundenlang geduldig damit beschäftigt auf den Hefeteig zu warten, und dann ist das Ergebnis auch noch so schnell aufgemampft. Dabei kann ich dir verraten, dass die vegane Kanelstang auch am nächsten Tag noch herrlich saftig und lecker schmeckt. Insofern lohnt es sich darüber nachzudenken, einfach die Menge zu verdoppeln und doppelt zu genießen oder andere teilhaben zulassen.

Vegane Kanelstang (dänische Zimtstange)

Luftig-lockeres Hefegebäck mit saftigem Kern, kräftiger Zimtnote und süßem Guß. Das perfekte Kaffeestückchen!
Vorbereitungszeit 20 Min.
Zubereitungszeit 20 Min.
1 Std. 30 Min.
Arbeitszeit 2 Stdn. 10 Min.
Gericht Dessert, Gebäck, Hefegebäck
Land & Region Dänemark, Dänisch, Europa, Europäisch
Portionen 6 Personen

Equipment

  • Bratpfanne
  • Rührschüssel/Knetschüssel
  • Nudelholz

Zutaten
  

Für den Teig

  • 300 g Weizenmehl¹ (Typ 405) oder Dinkelmehl¹ (Typ 630)
  • 125 ml Reisdrink¹ oder eine alternative Pflanzenmilch
  • 75 g Vegane Butteralternative (z. B. AlsanBio¹ oder VioLife VioBlock) oder Margarine
  • 30 g Rohrohrzucker¹ oder Zucker
  • ½ Würfel Hefe, frisch (ca. 21 g)
  • 1 Prise Salz

Puddingfüllung

Zimtfüllung

  • 50 g Vegane Butteralternative (z. B. AlsanBio¹ oder VioLife VioBlock) oder Margarine
  • 50 g Rohrohrzucker¹ oder Zucker
  • 3 TL Zimt¹, gemahlen
  • 1 Prise Salz

Topping

Anleitungen

Vorteig zubereiten

  • 300 g Weizenmehl¹ (Typ 405) oder Dinkelmehl¹ (Typ 630)
    100 g des Mehls abwiegen. Den Rest beiseite stellen.
  • 125 ml Reisdrink¹ oder eine alternative Pflanzenmilch, 30 g Rohrohrzucker¹ oder Zucker, ½ Würfel Hefe, frisch
    Reismilch leicht erwärmen und den Zucker sowie die Hefe darin auflösen. Die 100 g des Mehls hinzufügen und klümpchenfrei verquirlen. Anschließend 15 Minuten ruhen lassen.
  • Ist der Teig schaumig, kann er direkt weiterverarbeitet werden. Ansonsten die Hefe prüfen oder noch einmal Zeit geben.

Teig kneten

  • 300 g Weizenmehl¹ (Typ 405) oder Dinkelmehl¹ (Typ 630), 75 g Vegane Butteralternative (z. B. AlsanBio¹ oder VioLife VioBlock) oder Margarine, 1 Prise Salz
    Nun den Rest Mehl und eine Prise hinzufügen. Butteralternative schmelzen und zusammen mit dem Zucker zum Vorteig geben.
  • Einen geschmeidigen, weichen Teig daraus kneten. Nun 45 bis 60 Minuten ruhen lassen. Der Teig sollte sich etwa verdoppeln.

Puddingcreme kochen

  • 150 ml Reisdrink¹ oder eine alternative Pflanzenmilch, 25 ml Pflanzensahne (z. B. Alpro SojaCooking¹), ½ Pkt Vanillepuddingpulver¹, 1 Pkt Vanillezucker¹, mit echter Bourbon-Vanille
    In der Zwischenzeit die Puddingcreme kochen. Dazu den Pflanzendrink mit -sahne mischen und mit Vanillepuddingpulver und Vanillezucker kalt verquirlen. Unter stetigem Rühren aufkochen. Ca. 1 Minute köcheln lassen und anschließend vom Herd ziehen.
  • 25 g Kokosfett¹
    Kokosfett darin schmelzen und unterheben. Die sehr feste Creme nun abkühlen lassen.

Ausrollen und füllen

  • Nach der Gehzeit eine Arbeitsfläche bemehlen und den Hefeteig quadratisch ausrollen auf einer Fläche von ca. 40×30 cm.
  • 50 g Vegane Butteralternative (z. B. AlsanBio¹ oder VioLife VioBlock) oder Margarine
    Die Butteralternative schmelzen und auf der Teigfläche verteilen.
  • 50 g Rohrohrzucker¹ oder Zucker, 3 TL Zimt¹, gemahlen, 1 Prise Salz
    Zimt und Zucker abwiegen und mischen. Eine Prise Salz untermengen.
  • Nun die Zimtmischung auf der Teigfläche möglichst gleichmäßig verstreuen. Den abgekühlten Pudding noch einmal kräftig cremig rühren. Auf der langen Unterseite der Teigfläche den Pudding zu einem drei fingerbreiten Streifen verstreichen.

Rollen und schneiden

  • Den Teig von der puddingbestrichenen, langen Kante her aufrollen zu einer großen Teigrolle. Diese auf ein mit Backpapier ausgekleidetes Blech platzieren.
  • Nun mit einer Schere ca. alle 3 cm einen tiefen Schnitt in die Rolle setzen.
  • Die einzelnen Schnitte abwechselnd entgegengesetzt nach außen rücken. Die Kanelstang ggf. etwas enger zusammenrücken. Anschließend weitere 30 Minuten ruhen lassen.

Backen, abkühlen lassen und verzieren

  • Im vorgeheizten Ofen bei 175°C Umluft ca. 20 – 25 Minuten goldbraun backen. Anschließend herausnehmen und abkühlen lassen.
  • 50 g Puderzucker¹, 30 g Zartbitterkuvertüre¹, 1 EL Wasser, 20 g Nougat¹, vegan
    In der Zwischenzeit Puderzucker und Wasser miteinander verquirlen und zu einem glatten Guss rühren. Außerdem Kuvertüre und Nougat mit wenig Hitze miteinander schmelzen.
  • 50 g Haselnusskerne¹, natur
    Zuckerguss und Schokoguss in kleine Spritztüten geben. Dekorativ über die Kanelstang verteilen. Haselnüsse rösten, hacken und ebenfalls darüber geben. Nun bis zur Festigung des Gusses bzw. bis zum Verzehr abkühlen lassen. Guten Appetit!
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