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Veganes Haschee an Pasta

Eine Sauce aus gehacktem, gebratenem oder gekochtem Hackfleisch in würziger Sauce aus dem südwesten Deutschlands. Darum soll es heute gehen. Auch deftigste Fleischgerichte lassen sich mit wenigen Tricks zu köstlichen veganen Hauptgerichten verwandeln. Um auf Fleisch zu verzichten, musst du nicht auf alle alten Gewohnheiten oder liebgewonnene Rezepte verzichten. So wie auch ich dieses authentische und nahezu “fleischig” schmeckende Gericht immer noch gerne genieße und mit Spaß verputze. Wie du ein veganes Haschee an beliebiger Pasta (hier Spaghetti) zubereitest zeige ich dir heute.

Was ist Haschee?

Haschee ist ein Begriff, der vom französischen Wort “haschée” geprägt wird. Es bedeutet so viel wie “hacken”. Der Rest erklärt sich damit schon fast von selbst. Da Haschee eine klassische Fleischsauce ist und große Ähnlichkeiten zu zum Beispiel einem Ragout Bolognese aufweist, ist es nach dem Gehackten benannt, das es hauptsächlich ausmacht.

Da in der veganen Küche eine Vielzahl von Möglichkeiten bestehen Hackfleisch zu ersetzen oder hierzu Alternativen anzubieten, empfinde ich als viel interessanter, welche übrigen Zutaten die Sauce zu Haschee ausmachen. Bei meinen Recherchen traf ich auf sehr viele verschiedene Rezepte. Davon einige nahe an einer Bratensauce (wenn du eine Bratensauce selbst machen möchtest, schau mal hier: veganer Schweinebraten in Sauce). Andere wiederum hatten offenbar mehr das Bolognese-Ragout als Vorbild, denn die Zutatenliste war mit wenigen Ausnahmen fast identisch. Ich möchte heute eine Variante präsentieren, die – klar – super lecker ist, sich aber noch einmal eine deutliche Spur von der Sauce Bolognese unterscheidet. Möchtest du eher eine Bolognese-Sauce kochen, kannst du dich gerne an einem Rezept wie meiner Rote Linsenbolognese orientieren. Damit erhältst du ein wunderbares Sößchen, das deine Pasta glücklich machen wird.

Welche Hackfleisch-Alternative?

Um dir die Arbeit zu ersparen auf meinem Blog oder anderen Webseiten die Vielzahl an Hackalternativen herauszusuchen (vielleicht kennst du aber auch schon einige davon), werde ich dir hier kurz eine handvoll Möglichkeiten vorstellen. Da ich die unterschiedlichen Produkte auch unterschiedlich geeignet finde, sage ich auch dazu ein paar Sätze. Insbesondere für den Fall, dass du dich damit noch nicht beschäftigt hast. Immerhin lesen den Blog auch eine Menge Flexitarier. Vorab sei gesagt, dass der Geschmack des jeweiligen Produkts im Hintergrund steht. Warum? Weil das Aroma und die Geschmacksvielfalt für das vegane Haschee maßgeblich von anderen Produkten beeinflusst wird. Darunter Gemüse, Gewürze und auch Hefeextrakt. Es ist also wesentlich wichtiger, dass du dir eine Hackfleischalternative aussuchst, die die passende Konsistenz und Kocheigenschaften hat, die du benötigst. Schauen wir mal:

Erbsen-Jackfruit-Hack

  • Erbsen-Jackfruit-Hack
    Eine Hackfleischalternative bestehend aus Erbsenprotein mit Jackfruitanteilen, wie sie beispielsweise bei DM zu erhalten ist (#nosponsoring). Das Produkt hat viel Biss, ist relativ fest und hält auch längerem Kochen gut stand. Das Erbsen-Jackfruit-Hack ist geschmacklich sehr neutral und kann getrocknet erworben werden. Dies macht es lange haltbar. Ideal wenn man mal kein frisches Produkt da hat: Einfach in den Vorratsschrank greifen. Das Produkt ist für veganes Haschee sehr gut geeignet und ist hierzu mein Favorit.

Sonnenblumenhack

  • Sonnenblumenhack
    Zu meinen absoluten Favoriten gehört das Sonnenblumenhack als Hackfleischalternative. Es hat eine sehr günstige ernährungsphysiologische Zusammensetzung. Über die Hälfte des Sonnenblumenhacks besteht aus Proteinen, gute 20 % machen Ballaststoffe aus. Diese Hackfleischalternative zeichnet einen sehr geringen Energiewert aus. Für langes Kochen ist es jedoch nach meinen Erfahrungen weniger geeignet. Auch das Anbraten mit Fett sollte nach Packungsbeilage vermieden werden. Es ist für dieses Rezept daher weniger gut geeignet, aber nicht unmöglich. Sonnenblumenhack erhältst du in größeren Märkten wie Edeka (#nosponsoring), inzwischen auch als Eigenemarke bei Rossmann (#nosponsoring) und online.

Frisches Erbsenprotein

  • Frisches Erbsenprotein
    Es gibt inzwischen unzählige Formen von Veggie-Hack. Die meisten bestehen aus Erbsenprotein oder Sojaproteinisolat. Diese Produkte eignen sich durchaus gut um veganes Haschee herzustellen. Wenn diese Hackfleischalternative aber nicht bereits vorgegart und “krümelig” ist, kann es oftmals schwer sein, das Produkt in feine hackfleischähnliche Krümel beim Braten zu zerteilen. Produkte dieser Genese erhältst du inzwischen nahezu in jedem Supermarkt bzw. Discounter, daher brauche ich dir hierzu wohl keine Namen nennen.

Sojagranulat

  • Sojagranulat
    Ich glaube, es war eines der ersten Produkte für Fleischersatz, denn texturiertes Soja ist bereits seit 1968 als Lebensmittel in Deutschland erhältlich. Sojagranulat ist relativ weich im Biss, gibt es bereits in verschiedenen Formen (Medaillons, Geschnetzeltes, Schnitzel, Hack und Co.) und lässt sich gut mit etwas Fett anbraten. Für das vegane Haschee ist das Granulat aus Sojaproteinen meine zweite Wahl. Du erhältst es in größeren Supermärkten, Bioläden und Onlineshops.

Linsen, Kerne & Co.

  • Linsen, Kerne und Co.
    Oftmals kannst du rote/gelbe Linsen, Sonnenblumenkerne, Grünkern oder Nüsse als Hackfleischersatz einsetzen. In diesem Rezept würde ich davon eher abraten, da die Konsistenz weniger nahe am Original ist als bei den o. g. Hackfleischalternativen. Und darum soll es ja heute gehen. Legst du allerdings großen Wert darauf, dass keine Ersatzprodukte zum Einsatz kommen oder du so wenig industriell verarbeitete Produkte wie möglich zu dir nimmst, ist es dennoch eine Idee wert. Schreib’ gerne in die Kommentare, wie du es gemacht hast und wie’s geschmeckt hat.

Hefeextrakt? Fertige Bratensauce?

Ich weiß, dass manchmal die Emotionen etwas hochkochen, wenn es um Convenience-Produkte oder Zusatzstoffe geht. In meinem Rezept für veganes Haschee verwende ich Hefeextrakt wie Marmite (#nosponsoring) um ein besonders “fleischiges” Aroma zu erreichen. Dabei möchte ich darauf hinweisen, dass es sich dabei keinesfalls um Chemie handelt. Es ist vielmehr ein natürliches Produkt auf Basis der Proteine aus Hefen, welches durch Autolyse hergestellt wird. Hefe hat dabei den Vorteil, dass sie neben einer Reihe wichtiger Aminosäuren auch reichlich Vitamine, insbesondere Vitamin B12, mitbringt. Neben dem aromatischen Hefeextrakt verwende ich auch etwas Instant-Bratensauce.

Auch hier könnte man sich streiten. Du kannst die Bratensauce im Vorfeld natürlich gerne selbst herstellen. Sicher schmeckt die Sauce am Ende gut, wenn nicht sogar besser. Doch besteht da immer auch die Frage nach dem Aufwand. Ist dir dies den Zeitaufwand wert? Dann freue ich mich, dass du so viel Spaß am Kochen hast und wünsche dir guten Appetit. Ansonsten: Mit einem Fixpulver schmeckt es auch hin und wieder richtig gut.

Veganes Haschee an Pasta (vegan)

Das herzhafte, deutsche Pendant zum italienischen Klassiker: Ragout Bolognese. Extra fleischig und deftig.
Vorbereitungszeit 5 Min.
Zubereitungszeit 25 Min.
Arbeitszeit 30 Min.
Gericht Hauptgericht, Hauptspeise, Nudeln, Pasta
Land & Region Deutsch, Deutschland, Europa, Europäisch
Portionen 4 Portionen

Equipment

  • Bratpfanne
  • Schneidbrett / Küchenmesser
  • Rührschüssel/Knetschüssel (hitzebeständig)

Zutaten
  

Für das Hack

  • 600 g Sojagranulat¹ oder Veggie Hack¹ (fertig gebrüht, roh i. d. R. etwa 100 g)
  • 1 Stück Zwiebeln, mittelgroß
  • 2 Zehen Knoblauch, frisch
  • n. B. Raps- oder Sonnenblumenöl (optional)

Für die Saucenbasis

Für die Würzmischung

Außerdem

  • n. B. Pasta für 4 Personen

Anleitungen

Soßen-Basis zubereiten

  • 1 Stück Zwiebeln, mittelgroß, 2 Zehen Knoblauch, frisch, 1 TL Gemüsebrühe (z. B. Knorr Delikatessbrühe¹), n. B. Raps- oder Sonnenblumenöl
    Zwiebel schälen und in feine Würfel schneiden. Öl in der Pfanne erhitzen und die Zwiebeln darin dünsten. Anschließend Knoblauch schälen, hacken und hinzufügen, aber nicht mitbraten.
  • 1 EL Marmite¹, 2 Stück Wacholder¹, ganz, 2 Stück Piment¹, ganz, 1 Stück Lorbeerblätter¹
    Mit Brühe aufgießen und Hefeextrakt (Marmite) darin auflösen. Wacholder, Piment und Lorbeer hinzufügen und mitkochen.
  • 150 ml Rotwein¹ (halbtrocken), vegan
    Zum aufgießen den Rotwein hinzufügen und einige Minuten köcheln lassen.
  • 1 Pkt, Bratensauce¹, vegan
    Nun das Instantpulver für vegane Bratensauce hineingeben und glattrühren.

Pasta zubereiten

  • n. B. Pasta für 4 Personen
    In einem großen Topf mit kochendem Wasser wie gewohnt Pasta zubereiten. Meine Empfehlung: Vollkornspaghetti, Spaghetti oder Linsenspaghetti.

Hack hinzufügen und Soße fertig kochen

  • 600 g Sojagranulat¹ oder Veggie Hack¹, 1,5 EL Gyroswürzmischung¹ oder Fleischwürzer¹, feinkörnig (z. B. Gefro)
    In einer kleinen Schüssel das vegane Hack mit reichlich kochendem Wasser überbrühen. Je nach Anleitungshinweis der Packung rund 5 Minuten ziehen lassen, dann durch ein Sieb abgießen und leicht auspressen. Mit Fleisch- bzw. Gyroswürzer würzen.
  • 500 ml Tomaten¹, passiert, ½ EL Italienische Kräutermischung¹, getrocknet
    In die Sauce die passierten Tomaten geben. mit italienischen (getrockneten) Kräutern versetzen und aufkochen.
  • n. B. Salz, Pfeffer, 100 ml Wasser
    Nun das gewürzte, aufbereitete Hack hinzugeben und alles miteinander vermengen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Ist die Sauce zu dick, kann mit etwas Wasser schluckweise entgegen gewirkt werden. Ansonsten eher 5-10 Minuten einkochen lassen, bis die Pasta fertig ist. (Dies ist stark abhängig davon, wie viel Wasser sich noch im Hack befand.)
  • Anschließend Pasta abgießen und auf einem Teller mit einer ordentlichen Kelle Haschee servieren. Auf Wunsch mit Petersilie und veganem Parmesan bestreuen. Guten Appetit!
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